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Hohe Gas- und Aschewolke

Nach einer heftigen Gas- und Asche-Eruption des Vulkans San Cristobal in Nicaragua haben die Behörden am Wochenende die Gebiete am Fuße des Feuerbergs evakuiert. Zunächst wurden 3.000 Menschen in fünf Gemeinden im Nordwesten des mittelamerikanischen Landes aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. 260 Soldaten halfen, sie in Sicherheit zu bringen.

Nach Angaben der Regierung könnte sich die Zahl der Betroffenen noch erhöhen, sollte der San Cristobal weiterhin vulkanisches Material in so großer Menge ausstoßen. „Wenn nötig, werden bis zu 20.000 Menschen aus den Gemeinden nahe des Kolosses an sichere Orte gebracht“, sagte Präsidentensprecherin Rosario Murillo.

Mann mit Atemschutz

AP/Esteban Felix

Helfer tragen Atemmasken, um sich vor Staub und Asche zu schützen

Über dem Vulkan bildete sich eine anderthalb Kilometer hohe Wolke aus Gas, Sand und Asche, wie das Nicaraguanische Vulkanologische Institut (INETER) mitteilte. Die Luftverkehrsbehörde schränkte den Flugbetrieb in dem Gebiet rund um den 1.745 Meter hohen Vulkan ein. Zuletzt war der rund 100 Kilometer nordwestlich von Managua gelegene San Cristobal 2006 ausgebrochen.

Seit Jahren immer wieder aktiv

Der Vulkan war seit 2008 immer wieder aktiv und stieß immer wieder Gaswolken aus. Zudem kam es wiederholt zu kleineren Eruptionen. In den letzten Monaten stieß der Vulkan „konstant große Mengen Gas“ aus, wie INETER mitteilte. Weitere Gasausstöße und Eruptionen seien zu erwarten. Der Vulkan ist einer der aktivsten an Nicaraguas Pazifikküste. Zeitweise werden bis zu 100 seismische Bewegungen pro Tag registriert.

Neues Beben in Costa Rica

Unklar ist, ob die Eruptionen mit den seismischen Erschütterungen im südlich angrenzenden Costa Rica zusammenhängen. Der Nordwesten Costa Ricas wurde am Samstag jedenfalls erneut von einem Erdbeben erschüttert. Das Beben hatte nach Angaben des US-Geological Survey eine Stärke von 5,6. Das Epizentrum habe 64 Kilometer süd-südöstlich der Stadt Liberia und in einer Tiefe von 35 Kilometern gelegen. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor.

Zerstörte Kirche

Reuters/Oswaldo Rivas

Zahlreiche Häuser wurden zerstört - doch in Summe war der Schaden geringer als befürchtet

Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,6 waren am Mittwoch zwei Menschen ums Leben gekommen. Durch die Erdstöße wurden Strom- und Telefonleitungen gekappt. Zunächst ausgerufene Tsunami-Warnungen wurden später aufgehoben. Es war das schwerste Beben in Costa Rica seit über 20 Jahren.

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