Merkel wirbt in Österreich für Berufsheer

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem Wien-Besuch auch zur Erfahrung Deutschlands mit der Abschaffung der Wehrpflicht Stellung genommen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz gestern Abend mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) verwies sie darauf, dass der freiwillige Sozialdienst, der an die Stelle des Zivildienstes getreten sei, sehr gut angenommen werde.

In ÖVP-Kreisen wurden Merkels Aussagen gelassen kommentiert. „Man kann mitnichten von einer Wahlempfehlung reden“, hieß es auf APA-Anfrage. Merkel erklärte auf Journalistenfragen: „Wir waren sehr überrascht, dass es mehr als ausreichend Bewerber und Bewerberinnen für den Dienst gab und gibt. Wir haben diesen freiwilligen Sozialdienst für alle Altersgruppen geöffnet und damit bisher gute Erfahrungen gemacht.“

Danach traf die Kanzlerin auch mit Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) zusammen. Merkel habe dabei versichert, dass die Frage der Wehrpflicht von Österreich selbst entschieden werden muss, hieß es in ÖVP-Kreisen. In SPÖ-Kreisen wertete man Merkels Aussagen als Bestätigung, dass die Abschaffung der Wehrpflicht keine Beeinträchtigung sozialer Dienste bringe. Zugleich betonte man, Merkel habe keine Wahlkampfhilfe geleistet.