Gedenkfeier für Opfer des Olympiaattentats von München

40 Jahre nach dem Olympiaattentat von München haben Angehörige der Opfer eine weitere Aufarbeitung gefordert. Die Akte München könne noch nicht geschlossen werden, sagte die Witwe des ermordeten Fechttrainers Andre Spitzer, Ankie Spitzer, heute bei einer Gedenkfeier in Fürstenfeldbruck.

In Fürstenfeldbruck komme die Erinnerung an den damaligen „katastrophalen Rettungsversuch“ zurück, sagte Spitzer. Sie sprach von „Unvermögen, Dummheit und Arroganz“. Sie fordere nun die deutschen Behörden auf, alle Dokumente zu dem damaligen Geschehen einsehbar zu machen. Spitzer kritisierte auch, dass bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London nicht in einer Schweigeminute der Opfer gedacht worden sei.

„Schandfleck auf der olympischen Weste“

Scharfe Kritik daran übte auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann. Das Internationale Olympische Komitee habe den Wunsch nach einer Gedenkminute „schroff“ zurückgewiesen, sagte Graumann. „Empathie ist das nicht“, kritisierte der Zentralratspräsident. Die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, sagte, dass den Opfern in London ein „würdiges Gedenken verwehrt wurde, bleibt ein Schandfleck auf der olympischen Weste“.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigte den Bau eines „Gedenkraums“ für die Opfer des Attentats an. „Bayern will den Opfern ein bleibendes Zeichen der Erinnerung widmen“, sagte Seehofer. An der Gedenkfeier in Fürstenfeldbruck nahmen neben Angehörigen der Opfer und Überlebenden unter anderem auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Israels Vizeministerpräsident Silvan Schalom teil.

Blutbad mit 17 Toten

In der Connolly-Straße 31 des olympischen Dorfes hatte vor genau 40 Jahren die Geiselnahme begonnen. Am 5. September 1972 nahmen palästinensische Terroristen Mitglieder von Israels Olympiamannschaft als Geiseln, um in Israel Gefangene freizupressen. Der Anschlag endete mit einem Blutbad, bei dem neun Geiseln getötet wurden. Insgesamt gab es 17 Tote.

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