Marokko schiebt Flüchtlinge nach Algerien ab

Nach der Räumung einer kleinen spanischen Insel vor der marokkanischen Küste sind die betroffenen afrikanischen Flüchtlinge heute aus Marokko abgeschoben worden. Nach Angaben der marokkanischen Flüchtlingshilfsorganisation Gadem wurden die rund 70 Afrikaner zunächst in den Osten des Landes und dann über die Grenze nach Algerien gebracht. Die Organisation zeigte sich zugleich überzeugt, dass die Flüchtlinge erneut versuchen würden, nach Marokko zu gelangen.

Spanische und marokkanische Einsatzkräfte hatten die kleine zu Spanien gehörende Felsinsel zuvor geräumt und die aus der Subsahara-Region stammenden Flüchtlinge an die marokkanischen Behörden übergeben. Von den insgesamt 83 illegalen Einwanderern wurden lediglich einige Minderjährige und Frauen auf das spanische Festland gebracht.

Marokko hatte die Abschiebung illegaler Einwanderer in den vergangenen Tagen verstärkt. Laut dem marokkanischen Menschenrechtsverband (AMDH) wurden neben den Flüchtlingen von der spanischen Insel hundert weitere illegale Einwanderer am Dienstagabend aus Marokko abgeschoben. Seit Sonntag seien 500 Flüchtlinge von Abschiebung betroffen gewesen. Die marokkanischen Behörden schicken die Einwanderer meist nach Algerien, von wo aus sie nach Angaben Marokkos ins Land kommen.