Lufthansa will Streik mit Schlichtung abwenden

Angesichts des folgenschweren Flugbegleiterstreiks geht die AUA-Mutter Lufthansa auf Kompromisskurs: Im Tarifstreit mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO zeigte sich die Kranich-Airline heute offen für eine Schlichtung. Allerdings dürfe es in den Gesprächen ausschließlich um die Bezahlung der Flugbegleiter gehen - andere Forderungen wie der Stopp von Leiharbeit müssten außen vor bleiben, sagte Lufthansa-Manager Peter Gerber, der im Passagiergeschäft das Personalressort verantwortet.

„Zu dem Thema Vergütung und Vergütungsstruktur werden wir uns dem nicht verschließen.“ Alles andere seien Unternehmensentscheidungen, die nicht verhandelbar seien. Große Hoffnungen auf einen Durchbruch in dem zähen Tarifkampf habe er aber nicht. Die Schlichtung sei letztlich eine „suboptimale Lösung“ und die Tarifverträge der Lufthansa seien zu komplex für einen Vermittler, der das Thema nicht schon jahrelang begleite.

Von der Gewerkschaft UFO war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Nach zwei Streiktagen mit örtlich und zeitlich begrenzten Ausständen in Deutschland will UFO den Lufthansa-Verkehr am Freitag erstmals deutschlandweit und ganztags lahmlegen, wenn der Konzern nicht vorher Vermittlungsgespräche einleitet.

Die Lufthansa macht mit dem Angebot eine Kehrtwende: Am Vortag hatte die Lufthansa noch betont, dass es keinen Grund für eine Schlichtung gebe. Die Offerte des Konzerns an die 18.000 Flugbegleiter sei als Basis für weitere Verhandlungen ausreichend, hatte es geheißen.