Mursi ruft Assad zum Rücktritt auf

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat heute seinen syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad zum Rücktritt aufgefordert. „Es ist Zeit für einen Wechsel, denn Sie werden ohnehin nicht länger an der Macht bleiben“, sagte Mursi bei einem Treffen der Arabischen Liga in Kairo.

Das syrische Volk habe bereits seine Entscheidung getroffen, fügte Mursi hinzu. „Herumtaktieren, Hinauszögern und Zeitvergeuden sind nicht angebracht.“

Besorgnis über Flüge aus Iran nach Syrien

Bei einem Besuch in Bagdad kritisierten unterdessen drei US-Senatoren angebliche Waffentransporte aus dem Iran nach Syrien durch den Luftraum des Landes. Nach einem entsprechenden Bericht der US-Tageszeitung „The New York Times“ vom Mittwoch brachten John McCain, Lindsey Graham und Joe Lieberman gegenüber dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki ihre „Besorgnis“ zum Ausdruck.

Scharfe Kritik auch von Erdogan

Auch der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan übte heute heftige Kritik an Assad geübt. Syrien sei ein „terroristischer Staat“ geworden, sagte er in einer öffentlichen Rede. Erdogan machte darin die syrische Regierung für „Massenhinrichtungen“ an Zivilisten verantwortlich und sagte, Assad stecke „bis zum Hals im Blut“.

Auf der Veranstaltung der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP sagte Erdogan, die Türkei könne sich nicht den Luxus erlauben, im Syrien-Konflikt gleichgültig zu sein. In der vergangenen Woche hatte Erdogan den UNO-Sicherheitsrat vergeblich dazu aufgefordert, entlang der syrischen Grenze zur Türkei eine Schutzzone für Flüchtlinge einzurichten. Die Türkei beherbergt derzeit in neun Lagern über 80.000 Menschen, die vor der Gewalt in Syrien geflohen sind.