Themenüberblick

Zusammenarbeit mit China festigen

Nordkorea hat noch für diesen Monat eine Sitzung des Parlaments einberufen. Die Oberste Volksversammlung werde am 25. September in Pjöngjang tagen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Das Parlament wird in der Regel ein-, zweimal im Jahr einberufen, um Regierungsentscheidungen und personelle Veränderungen abzusegnen.

Zuletzt hatte es im April und damit zum ersten Mal unter dem neuen Machthaber Kim Jong Un getagt. Nach Angaben von Experten dürfte es diesmal um den Aufbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China gehen. Beide Staaten hatten Mitte August die gemeinsame Entwicklung von Sonderwirtschaftszonen im nordkoreanischen Grenzgebiet vereinbart.

Erste Reise führt nach Peking

China ist Nordkoreas einziger echter Verbündeter und der wichtigste Handelspartner des stalinistisch geführten Nachbarstaats. Um die Bande noch enger zu knüpfen, ist auch ein Besuch in Peking in Planung. Es wäre die erste Auslandsreise des jungen Machthabers, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember die Führung des verarmten Landes übernommen hat.

Auf der für die kommenden Monate geplanten Reise wolle Kim die chinesische Führung kennenlernen und sich selbst in der Volksrepublik vorstellen, sagte eine Person mit guten Kontakten nach Peking und Pjöngjang letzte Woche der Nachrichtenagentur Reuters. Nordkorea ist stark von Chinas wirtschaftlicher und diplomatischer Unterstützung abhängig.

Abkommen für gemeinsame Wirtschaftszone

Wegen umstrittener Atomtests und des Konflikts mit Südkorea ist die Führung in Pjöngjang international weitgehend isoliert. China gilt als einer der wenigen Verbündeten des kommunistisch regierten Landes, in dem Beobachter zuletzt eine vorsichtigen Öffnung konstatiert hatten. Im August hatten Nordkorea und China ein Abkommen über die Gründung gemeinsamer Verwaltungskomitees für die Wirtschaftszone in Rason in der nordöstlichen Grenzregion Nordkoreas unterzeichnet.

Die Verträge sähen den Ausbau der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit sowie die Stromversorgung für Rason vor. Die Verträge wurden während des Besuchs einer großen nordkoreanischen Delegation unter Leitung des Onkels von Kim, Jang Song Thaek, in Peking abgeschlossen. Jang, der Vizevorsitzender der nationalen Verteidigungskommission ist, gilt als einer der einflussreichsten Funktionäre des Regimes.

Schon Anfang der 90er Jahre wurde eine Sonderwirtschaftszone in Rason gegründet, um ausländische Investoren anzulocken. Die andere Wirtschaftszone, die zusammen mit China ausgebaut werden soll, umfasst die von Nordkorea verwalteten Flussinseln Hwanggumphyong und Wihwa. Im vorigen Jahr hatten beide Länder dort eine Freihandelszone eingerichtet. Doch das Projekt kam bisher nicht richtig in Schwung.

Link: