Jüdische Siedlung im Westjordanland wird geräumt

Im Westjordanland hat die Räumung einer der größten „wilden“ Siedlungen begonnen. Ein israelischer Polizeisprecher sagte heute, mehr als zehn von 50 jüdischen Familien hätten den Ort Migron bereits freiwillig verlassen.

Die Polizei habe begonnen, in der Siedlung nördlich von Ramallah Räumungsbefehle zu verteilen. Israels höchstes Gericht hatte entschieden, die Siedlerfamilien müssten Migron bis Dienstag verlassen. Zur Begründung hieß es, die Häuser seien auf palästinensischem Privatland gebaut worden.

Jugendliche Aktivisten leisten Widerstand

Israelische Medien berichteten, Dutzende jugendliche Aktivisten hätten sich auf einem Hausdach verschanzt. Sie wollten die Räumungsarbeiten stören. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte, man habe Straßensperren errichtet, um radikale Aktivisten aus der Umgebung aufzuhalten. Sollte es keine größeren Zwischenfälle geben, erwarte er, dass die Räumung binnen 24 Stunden beendet werden könne.

Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Siedlern Unterkünfte in zwei Kilometer Entfernung angeboten. Sprecher der Siedler und ultranationalistische Abgeordnete haben die Entscheidung des Gerichts scharf kritisiert.