Ausschreitungen bei Protest gegen Dutroux-Komplizin

Bei Protesten gegen die vorzeitige Freilassung der Ex-Frau von Sexualverbrecher Marc Dutroux, Michelle Martin, ist es gestern im belgischen Malonne zu Ausschreitungen gekommen. Einige Demonstranten warfen Steine und rissen Absperrungen der Polizei um. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Gummiknüppeln und Pfefferspray, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen.

Wütende Proteste

Etwa 100 Menschen hatten in der Nähe des Nonnenklosters protestiert, wo Martin seit Wochenbeginn lebt. Die Polizei, die das Ordenshaus schützt, verstärkte ihre Präsenz. Üblicherweise sind 15 Polizisten Tag und Nacht im Einsatz.

Strafgesetze sollen verschärft werden

Angesichts der heftigen Kritik an der Freilassung von Martin hat die belgische Regierung eine Verschärfung der Strafgesetze angekündigt. Ministerpräsident Elio Di Rupo sagte gestern mehreren belgischen Zeitungen, er wolle gegen „Straffreiheit“ für Verbrecher vorgehen. „Unser Ziel muss sein: Nein zur Straffreiheit“, sagte Di Rupo. „Wir müssen eine ganze Reihe eingeleiteter Reformen im Justizwesen weiterverfolgen sowie Reformen im Bereich Polizeiwesen.“

Martin war 1996 zusammen mit dem Pädophilen Dutroux festgenommen und im Jahr 2004 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Juli gab ein Gericht in Mons jedoch ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft statt. Diese in Belgien höchst umstrittene Entscheidung wurde am Dienstag vom Kassationsgericht bestätigt.