D: Muslime protestieren gegen Plakataktion von Ministerium

Aus Protest gegen eine umstrittene Plakataktion haben vier muslimische Verbände in Deutschland die bisherige „Sicherheitspartnerschaft“ mit dem deutschen Innenministerium gekündigt. „Die Vorgehensweise (des Ministeriums) stellt uns als Kooperationspartner immer wieder vor vollendete Tatsachen, schafft destruktive Diskussionen, statt konstruktive Lösungen“, heißt es in einem Schreiben, das gestern veröffentlicht wurde.

Die umstrittene und von den Verbänden scharf kritisierte Kampagne der deutschen Behörden wendet sich gegen eine islamistische Radikalisierung Jugendlicher und junger Erwachsener. Die Plakate ähneln Vermisstenanzeigen. Der Text lautet zum Beispiel: „Das ist unser Sohn. Wir vermissen ihn, denn wir erkennen ihn nicht wieder. Wir haben Angst, ihn ganz zu verlieren an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen.“

Zuvor hatten auch die deutschen Grünen und die Antidiskriminierungsstelle der deutschen Bundesregierung Kritik an der Aktion geübt. Im Juni 2011 hatte der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die „Sicherheitspartnerschaft“ mit Muslimen ins Leben gerufen, um Wachsamkeit gegenüber islamischer Radikalisierung zu fördern.

Innenminister bedauert Schritt

Friedrich bedauerte die Aufkündigung der „Sicherheitspartnerschaft“. Das Ministerium wolle jedoch an der Partnerschaft festhalten, deren Ziel es sei, Terrorismus und Radikalisierung zu bekämpfen, sagte Friedrich. Er hoffe darauf, dass die Verbände ihre Haltung überdenken und sich „eines Besseren besinnen“. Friedrichs Sprecher Jens Teschke betonte, die umstrittene Plakatkampagne werde fortgesetzt. Über die Kritik der Verbände sei man sehr verwundert.