Venezuela untersucht Berichte über Massaker an Indios

Die Staatsanwaltschaft von Venezuela will ein angeblich von Goldsuchern an Indios verübtes Massaker untersuchen. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge hatten Goldsucher Anfang Juli dieses Jahres 80 Mitglieder des Volkes der Yanomami in der Siedlung Yanomami Irotatheri im Staat Amazonas überfallen und getötet.

Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Diaz erklärte heute, bei dem Zwischenfall in der entlegenen Waldregion seien „verschiedene Indigenas ums Leben gekommen“.

Von Hubschrauber aus beschossen

Repräsentanten der Indio-Organisation Horonami reichten Anfang der Woche eine Anzeige wegen des Blutbades ein. Demnach war ein Lager der Yanomamis am 5. Juli angegriffen und aus einem Hubschrauber beschossen worden. Der Ort des Geschehens ist nach Angaben Ortegas fünf Hubschrauberstunden von der Amazonas-Hauptstadt Puerto Ayacucho entfernt. Drei Überlebende hätten mehrere Wochen gebraucht, um sich zu Fuß bis nach Alto Orinoco, der nächsten Ortschaft des Yanomami-Gebietes, durchzuschlagen.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Provea ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Übergriffen gegen die Yanomami in der Region gekommen. Dabei seien zahlreiche Menschen getötet worden.