Kriegsfotograf Malcolm Browne gestorben

Der amerikanische Kriegsfotograf Malcolm Browne ist am Montag im Alter von 81 Jahren gestorben. 1963 schoss er das Foto eines buddhistischen Mönchs in Saigon, der sich selbst in Brand gesetzt hatte. Die Aufnahme ging um die Welt.

Browne, der seit zwölf Jahren an der Parkinsonkrankheit litt, starb in einem Spital in New Hampshire, wie die italische Tageszeitung „Corriere della Sera“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP berichtete.

Wie es zu dem Foto kam

Browne war viele Jahre für AP auch während des Vietnam-Krieges tätig. Im Juni 1963 bekam eine Gruppe ausländischer Reporter einen Anruf aus dem buddhistischen Tempel Xa Loi in Saigon. Es hieß, am nächsten Tag sollten sie sich an der Kreuzung vor der kambodschanischen Botschaft einfinden. Es werde dort ein „wichtiges Ereignis“ stattfinden.

Die meisten Journalisten glaubten, es gehe dabei wieder nur um eine Protestaktion gegen die südvietnamesische Regierung. Browne hingegen nahm den Anruf ernst und begab sich mit seiner Kamera zur angegebenen Stelle.

Dort setzte sich der Mönch Thich Quang Duc, der von 350 Mönchen begleitet wurde, mitten auf der Kreuzung auf einen Polster. Inmitten des Straßenverkehrs nahm er den Lotussitz ein. Danach überschütteten ihn einige seiner Begleiter mit Kerosin. Er zündete ein Feuerzeug an und ging in Flammen auf, ohne einen Laut von sich zu geben.

Protestwelle führte zu Putsch

Die Selbstverbrennung löste eine Protestwelle aus, die schließlich am 2. November desselben Jahres zu einem von den USA unterstützten Putsch gegen den Präsidenten Ngo Dinh Diem führte, der getötet wurde.

Der diktatorisch regierende Katholik Diem hatte eine brutale Kampagne nicht nur gegen Kommunisten, sondern auch gegen andere tatsächliche oder vermeintliche politische Gegner geführt. Zehntausende Menschen wurden getötet. Als er eine christliche Bekehrungskampagne initiierte, riefen auch die Buddhisten Vietnams zum Umsturz auf.