Samsung-Aktie bricht nach Prozessdebakel gegen Apple ein

Die Samsung-Aktie ist nach der verheerenden Niederlage im US-Patentprozess gegen Apple um knapp acht Prozent eingebrochen. Der Börsenwert des südkoreanischen Elektronikriesen fiel damit um umgerechnet rund zehn Mrd. Euro.

Samsung will weiterhin gegen die Entscheidung der US-Geschworenen ankämpfen. Sie hatten am Freitag die Verletzung mehrerer Apple-Patente durch diverse Geräte von Samsung festgestellt und dem US-Konzern gut eine Milliarde Dollar (800 Mio. Euro) Schadenersatz zugesprochen.

Als ersten Schritt beantragte Samsung, den vorläufigen Verkaufsstopp für sein Tablet Galaxy Tab 10.1 aufzuheben. Es war der einzige Punkt, in dem die Südkoreaner gut weggekommen waren: Die Geschworenen fanden keine Verletzung des Tablet-Designmusters von Apple.

Die Richterin hatte dagegen im Juni Apples Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen das Gerät stattgegeben. Samsung hat in seinen neueren Tablet-Modellen das Design bereits so verändert, dass es sich deutlicher von Apples Muster unterscheidet.

Samsung will Geschworenenurteil kippen

Samsung will versuchen, die Entscheidung der neun Geschworenen zu kippen, noch bevor sie offiziell bestätigt wird. „Wir werden alles geben, bis unsere Argumente angenommen werden“, hieß es heute in einem offiziellen Blogeintag. Die Richterin hat jetzt einige Wochen Zeit für das endgültige Urteil. Es passiert äußerst selten, dass eine Geschworenenentscheidung von einem Richter gekippt wird.

Samsung betonte, die kalifornische Entscheidung sei anders ausgefallen als Urteile von Gerichten in Großbritannien, Deutschland, Südkorea und den Niederlanden. Es war das erste Mal in dem seit mehr als einem Jahr andauernden Patentkrieg, dass Geschworene und nicht Richter zu entscheiden hatten. „Für uns war es das absolut schlimmste Szenario“, sagte ein nicht näher genannter Samsung-Manager der „Korea Times“.

„Weg frei“ für weitere Patentklagen?

Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die weitere Entwicklung des Handymarktes haben: Es hat gezeigt, dass es durchaus möglich ist, Patentansprüche vor Gericht durchzusetzen. Jetzt dürften auch andere Hersteller vorsichtiger werden, wenn es um von Apple patentierte Technologien geht. Apple hatte verschiedene Hersteller von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android mit Patentklagen angegriffen - neben Samsung vor allem auch Motorola und HTC, aber nicht Google selbst.