Frankreich: Polizei geht erneut gegen Roma-Lager vor

Erneut ist die Polizei in Frankreich gegen ein Roma-Lager vorgegangen. Heute Früh wurde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP ein Areal in Evry südlich von Paris von Einheiten abgesperrt. In dem Lager sollen seit Monaten etwa 70 Personen leben. Zuvor hieß es seitens der Roma, das Lager sei freiwillig geräumt worden.

Der Umgang mit Roma aus Rumänien ist immer wieder in der Kritik. Nach umstrittenen Räumungen vor einigen Wochen hat sich auch die EU-Kommission der Sache angenommen. Der französische Präsident Francois Hollande hatte im Wahlkampf angekündigt, er wolle mit dem Thema sensibler umgehen als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy.

Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert

Erst vergangene Woche hatte die französische Regierung entschieden, der Minderheit den Zugang auf den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Betriebe, die Roma aus Bulgarien und Rumänien anstellen, müssten zukünftig keine Zusatzsteuer mehr entrichten, die Liste der Berufe, in denen Roma arbeiten dürfen, werde ausgeweitet, hieß es. Vollständig abgeschafft wurden die Beschränkungen jedoch nicht.

Minister: Zustände „unerträglich“

Innenminister Manuel Valls, bis Juni Bürgermeister in Evry, bezeichnete die sanitären Verhältnisse in dem Lager als „unerträglich“. Valls kündigte in einem Interview an, im September nach Rumänien zu reisen. „Ich möchte wissen, warum Integrationspolitik in den Ursprungsländern der Roma nicht möglich ist“, sagte Valls.

Video dazu in iptv.ORF.at