Taifun sorgte in japanischen Haushalten für Stromausfall

Ein heftiger Taifun hat im Süden Japans für einen Stromausfall in fast 20.000 Haushalten gesorgt. Wie die Nachrichtenagentur Jiji gestern berichtete, wurden in der Präfektur Okinawa vier Menschen verletzt, nachdem der Taifun „Bolaven“ auf Land traf. Derweil machte sich das südwestlich gelegene Taiwan auf die Rückkehr von Taifun „Tembin“ gefasst, der vor kurzem für die schwersten Regenfälle seit mehr als einem Jahrhundert gesorgt hatte.

Mehr als 250 km/h

Die japanische Wetterbehörde rechnete aufgrund ihrer Messungen mit einem der schwersten Taifune seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor rund sechs Jahrzehnten. „Bolaven“ traf heute auf die südliche Okinawa-Inselgruppe und zog begleitet von Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern in Richtung Naha, der Hauptstadt der Präfektur Okinawa. Die Wetterbehörde warnte vor rekordartigen Regenfällen und riesigen Wellen.

Die Einwohner von Naha wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Wie der Sender NTV berichtete, brachten sich rund 300 Menschen in öffentlichen Gebäuden in Sicherheit. Der TV-Kanal NHK zeigte Bilder von verlassenen Straßen und umgestürzten Bäumen. In Naha lag der Verkehr völlig lahm. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, wurden alle Flüge und Schiffsverbindungen abgesagt.

Route des Taifuns „Tembin“ beeinflusst

„Bolaven“ beeinflusste auch die Route des Taifuns „Tembin“, der nach dem Durchzug durch Taiwan nun dorthin zurückzukehren drohte. Die taiwanische Wetterbehörde warnte, dass der Wirbelsturm wieder an Stärke gewonnen habe und erneut auf die südliche Region Pingtung zusteuere. Er soll am Dienstag auf Land treffen.

In Taiwan hatten sich erst in der vergangenen Woche mehr als 8.000 Menschen vor „Tembin“ in Sicherheit gebracht. Die Aufräumarbeiten in schlammüberfluteten Häusern dauerten zuletzt noch an.