Dürre richtet in Serbien Schäden in Milliardenhöhe an

Die wegen der anhaltenden Dürre in Serbien angerichteten Ernteschäden dürften bei Miteinberechnung der Exportrückgänge auf 3,7 Milliarden Euro klettern. Das berichtete heute die Tageszeitung „Blic“. Die Einbußen betreffen vor allem Mais, aber auch Zuckerrüben, Sonnenblumen und Himbeeren. Der erwartete reine Sachschaden liegt laut den Prognosen der Wirtschaftskammer Serbiens momentan bei 1,7 Mrd. Euro - und etwa gleich hoch wird laut Experten auch der Ausfall bei dem Agrarexporten ausfallen.

Serbien hatte im Vorjahr Agrarprodukte im Wert von 2,7 Mrd. Dollar (2,16 Mrd. Euro) ausgeführt. Bis Juli ging man laut der Belgrader Tageszeitung davon aus, dass der heurige Export noch höher ausfallen dürfte.

Strom muss importiert werden

Das Stromwirtschaftsunternehmen EPS bewertet unterdessen, dass Serbien infolge der ungünstigen hydrologischen Situation im Herbst zehn Prozent des Strombedarfs durch Import im Wert von 300 Mio. Euro decken wird müssen. In Wasserkraftwerken wurde die Stromproduktion infolge der Dürre bereits um 20 Prozent gemessen am Plan gesenkt.

Heftige Brände in Serbien und Bosnien-Herzegowina

Unterdessen hat die anhaltende Hitze in den vergangenen Tagen zu immer neuen Bränden in Serbien geführt. Um die zentralserbischen Städte Cacak und Gornji Milanovac waren heute rund 600 Hektar in Brand. Drei Personen sind laut Medienberichten verletzt worden, als ihre Häuser vom Feuer erfasst wurden.

Über die Feuer wurde gleichzeitig aus der Region von Bajina Basta an der Grenze zu Bosnien, wie auch im Osten des Landes, um die Stadt Zajecar, berichtet. Auf dem Gebiet von Cacak wurde auch ein russisches Löschflugzeug mit einer Transportfähigkeit von zwölf Tonnen Wasser eingesetzt.

Auch Bosnien-Herzegowina betroffen

Über eine dramatische Situation wird auch aus dem benachbarten Bosnien berichtet. In der Nähe von Mostar (Herzegowina) ist erneut ein Feuer entstanden, das nach Angaben der lokalen Feuerwehr ohne gleichzeitigen Regen kaum mehr zu bekämpfen ist. Am schlimmsten soll es allerdings um Konjic, eine Kleinstadt etwa 40 Kilometer südwestlich von Sarajevo, sein, wo nach den Worten von Fadil Tatar, dem Chef der städtischen Zivilverteidigung, die weitere Brandausweitung nicht mehr prognostiziert werden könne.

Häuser seien zunächst nicht in Gefahr, erklärte Tatar gegenüber der Presseagentur Fena. Von dem Brand wurden nach seinen Worten Nadelbaumwälde um die Stadt in der Länge von drei bis vier Kilometern erfasst. Es wird nicht ausgeschlossen, dass sich die Brände um Konjic bis zu dem ebenfalls betroffenen Areal um Mostar ausdehnen könnten. Das würde wohl katastrophale Folgen bedeuten.