Gespräche über iranisches Atomprogramm ohne Durchbruch

Die neue Gesprächsrunde zwischen Vertretern des Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist gestern ohne greifbaren Erfolg zu Ende gegangen. „Wichtige Meinungsverschiedenheiten“ hätten einer Einigung im Wege gestanden, vorerst gebe es keinen „Plan für ein weiteres Treffen“, sagte der IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts am Abend in Wien. Der iranische Botschafter Ali Aschgar Soltanieh äußerte sich zuversichtlicher.

Bei den Wiener Verhandlungen sei es darum gegangen, eine Einigung über eine „strukturierte Herangehensweise“ zu erzielen, sagte Nackaerts. Eine solche Einigung habe aber nicht erzielt werden können. Soltanieh hingegen sagte, die Gespräche seien ein „Hinweis“ darauf, dass „wir mit der Behörde eng zusammenarbeiten können“. Die IAEA verlangt vom Iran die Herausgabe bestimmter Dokumente und Gespräche mit Atomwissenschaftlern sowie den Zugang zu Atomanlagen.

IAEA zusehends pessimistisch

Wenig zuversichtlich hatte sich bereits am Mittwoch IAEA-Chef Yukiya Amano bei einem Besuch in Finnland geäußert. „Ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, dass ich optimistisch hinsichtlich des Ergebnisses des nächsten Treffens bin“, sagte Amano. Die Gespräche in der iranischen Botschaft in Wien waren die ersten seit Juni. Zuvor hatten mehrere hochrangig besetzte Treffen in Istanbul, Bagdad und Moskau in diesem Jahr keine Fortschritte gebracht.

Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, und versucht, Teheran mit Sanktionen von seinem Atomprogramm abzubringen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück und verweist auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Israel, das sich durch das iranische Atomprogramm in seiner Existenz bedroht sieht, erwägt einen militärischen Angriff gegen die Atomanlagen.