Finanzskandal in Vietnam: Weiterer Topbanker verhaftet

Im Finanzskandal in Vietnam hat die Polizei einen weiteren Topbanker festgenommen. Der Chef der Asia Commercial Bank (ACB), Ly Xuan Hai, sei Stunden nach seinem Rücktritt Freitagabend von Polizisten abgeholt worden, berichtete die gut informierte Zeitung „Tuoi Tre“ unter Berufung auf die Polizei.

Die Festnahme eines der reichsten Banker des Landes wegen „illegaler Geschäftspraktiken“ hatte Anfang der Woche den Finanzmarkt des südostasiatischen Landes erschüttert. Die Nachricht führte zum größten Kurzsturz an der Börse seit fast vier Jahren.

Sparer stürmen Banken

Sparer hoben in den vergangenen Tagen mehr als 650 Millionen US-Dollar (520 Mio. Euro) von ihren Konten ab, berichtete der stellvertretende Bankchef Nguyen Thanh Toai gestern. Die Zentralbank habe Liquidität zuschießen müssen.

Anfang der Woche war der Mitbegründer der Asia Commercial Bank, Multimillionär Nguyen Duc Kien, festgenommen worden. Die Bank gehört zu den größten Privatbanken des Landes. Er soll sich mit gefälschten Papieren Kredite gesichert haben. Damit kaufte er Bankaktien, die er belieh, um Schulden zu zahlen und einen extravaganten Lebensstil zu finanzieren, berichtete die Zeitung.