Smolensk-Katastrophe: Weiteres Opfer wird exhumiert

Die Staatsanwaltschaft wird den Leichnam der Solidarnosc-Legende Anna Walentynowicz, die bei der Katastrophe der polnischen Regierungsmaschine im April 2010 bei Smolensk ums Leben kam, exhumieren.

Das gab heute der Rechtsvertreter ihrer Familie, Stefan Hambura, bekannt. Laut der „Gazeta Polska Codziennie“ könnten die Ergebnisse der Exhumierung einen Durchbruch in der Ermittlungen zur Katastrophe ermöglichen.

Aufschluss über Absturzursache erhofft

Der Leichnam der Frau, die 1980 den Streik auf der Danziger Lenin-Werft auslöste, wurde in dem zerrissenen Teil des Flugzeugrumpfs gefunden, wo es laut der vor der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) forcierten Anschlagstheorie zur Explosion gekommen sein soll. Experten zufolge kann ihr Körper deshalb Aufschluss darüber geben, ob diese Theorie stimmt.

Die Experten der von der PiS berufenen parlamentarischen Untersuchungsgruppe für die Ursachen der Smolensk-Katastrophe behaupten, dass zwei Explosionen kurz vor der Landung die wahrscheinlichste Ursache des Absturzes gewesen seien. Eine von ihnen habe auf dem linken Flügel stattgefunden.

Die zweite Explosion im Inneren des Rumpfes soll die starken Beschädigungen und die Zersplitterung der Maschine verursacht haben. Die polnische Militärstaatsanwaltschaft hatte bereits im April 2011 ausgeschlossen, dass es am 10. April 2010 in Smolensk zu einem Anschlag gekommen war.