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Laut Augenzeugen mit Baum kollidiert

In Slowenien ist es Donnerstagfrüh nahe der Hauptstadt Ljubljana zu einem folgenschweren Unfall mit einem Heißluftballon gekommen. Medienberichten zufolge fing ein mit 32 Passagieren besetzter Ballon kurz vor der geplanten Landung Feuer und stürzte dann bei der Hauptstraße zwischen Ljubljana und dem Vorort Ig ab.

Bei dem Unfall starben laut Behördenangaben mindestens vier Menschen. Zunächst war von zwei Toten die Rede. Zahlreiche Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Der Zivilschutz gab die Zahl der Verletzten mit 18 an, darunter sechs Schwerverletzte. Das Klinikzentrum von Ljubljana sprach von 21 Menschen, die mit Verletzungen eingeliefert worden seien. Acht von ihnen seien „in einem bedrohlichen Zustand“.

Einsatzkräfte nach Unfall von Heißluftballon in Slowenien

APA/EPA

Einsatzkräfte am Unfallort

Verteidigungsminister Ales Hojs und Innenminister Vinko Gorenak besuchten die Absturzstelle. Sloweniens Präsident Danilo Turk übermittelte den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid. Es seien alle nötigen Maßnahmen eingeleitet worden, damit sich die Zahl der Toten nicht weiter erhöhe, sagte Turk.

Auch Ausländer unter Passagieren

Nach Aussagen eines Beteiligten ereignete sich der Unfall bei der Landung kurz vor 8.00 Uhr, berichtete die Tageszeitung „Slovenske novice“. Der Heißluftballon prallte vermutlich wegen einer Windböe gegen einen Baum und habe daraufhin Feuer gefangen. Zur Zeit des Unglücks gab es über Ljubljana ein Gewitter. Verzweifelte Passagiere hätten versucht, sich mit einem Sprung aus dem Korb in Sicherheit zu bringen. Möglicherweise hätten starke Winde den Ballon in Turbulenzen gebracht.

In ersten Berichten war zunächst auch von der Beteiligung eines zweiten Ballons die Rede. Dieser konnte laut Augenzeugenberichten offenbar sicher landen. Laut Polizei ist die Ursache des Unglücks noch unklar. Unter den Passagieren, von denen die meisten aus verschiedenen Orten Sloweniens kommen, waren auch eine Britin und drei Italiener. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge waren keine Österreicher an Bord.

Großangelegte Rettungsaktion

An der Absturzstelle waren zahlreiche Einsatzkräfte von Rettung und Feuerwehr sowie eine Hundesuchstaffel im Einsatz, mit der nach Angaben der Tageszeitung „Delio“ nach möglichen Vermissten gesucht wurde. Die Litostrojska-Straße wurde für den gesamten Verkehr gesperrt. Der Großteil der Verletzten wurde in das Uni-Krankenhaus in Ljubljana gebracht, weitere Verletzte auch in andere Krankenhäuser in Slowenien. Auch Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Von der Zeitung wurde ein Zeuge zitiert, dem zufolge der Ballon unmittelbar vor dem Absturz stark an Höhe verloren und schließlich auch Feuer gefangen habe. Von einer möglichen Kollision mit einem Baum ist auch in der Tageszeitung „Novice Dnevnik“ die Rede.

Der Zeitung zufolge handelt es sich um den schwerwiegendsten Zwischenfall dieser Art in Slowenien. Erinnert wurde an einen Unfall im Jahr 2002 nahe der Stadt Ptuj, bei dem ein Ballon wegen „unglücklicher Umstände“ auf dem Boden Feuer fing und einige der insgesamt acht Passagiere verletzt wurden.

Tödlicher Unfall in Frankreich

In Frankreich war erst am Sonntag eine 70-jährige Frau bei der Landung des weltweit größten zugelassenen Heißluftballons ums Leben gekommen. Die Seniorin hatte laut Polizeiangaben zusammen mit 31 weiteren Passagieren an einer Taufe des Ballons teilgenommen. Bei der Landung im zentralfranzösischen Departement Loir-et-Cher wurde die Frau „aus der Gondel geschleudert und starb praktisch sofort“. Vermutlich wurde die Frau von der Gondel getroffen, als sie auf dem Boden lag.

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