Romney wird radikalen Parteikollegen Akin nicht los

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seinen ultrakonservativen Parteikollegen Todd Akin nach dessen kontroversen Abtreibungsäußerungen offen zum Rückzug aufgefordert. Akin, der in Missouri für den US-Senat kandidiert, solle aus dem Rennen aussteigen, sagte Romney gestern.

Akin sperrt sich jedoch entschieden dagegen. Er entschuldigte sich zwar wiederholt für seine Äußerungen, sagte aber zugleich, er habe sich lediglich falsch ausgedrückt - und das sei kein Grund, um aus dem Ring zu steigen.

Schatten über entscheidendem Wahlparteitag

Akin hatte am Sonntag dem Sender KTVI-TV gesagt, nach dem, was er von Ärzten höre, seien Schwangerschaften nach Vergewaltigungen selten. Wenn es eine wirkliche Vergewaltigung sei, dann verfüge der weibliche Körper über Wege „zu versuchen, die ganze Sache außer Betrieb zu nehmen“.

Seit dem Interview reißen die Schlagzeilen über Akin nicht ab - und das ausgerechnet kurz vor dem Wahlparteitag der Republikaner in Tampa (Florida). Während der am Montag beginnenden Großveranstaltung wird Romney offiziell zum Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Viele Republikaner befürchten, dass die Diskussion über Akin den Parteitag überschatten und das sozialkonservative Programm der Republikaner in Misskredit bringen könnte.