Samaras: Griechenland braucht mehr Zeit

Wenige Tage vor seinen geplanten Besuchen in Berlin und Paris hat der griechische Regierungschef Antonis Samaras mehr Zeit zur Umsetzung der von den internationalen Geldgebern des Landes verlangten Reformen gefordert.

Was Griechenland wolle, sei „ein wenig Luft zum Atmen, um die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen“, sagte Samaras der „Bild“-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Athen fordere „kein zusätzliches Geld“ und stehe zu seinen „Verpflichtungen und zur Erfüllung aller Vorgaben“. „Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld“, sagte der konservative Politiker.

Euro-Austritt wäre „Katastrophe“

Samaras forderte die EU-Partner zugleich zu mehr Solidarität auf. Er beklagte eine „Negativpsychologie, die wie ein tiefes schwarzes Loch ist“. „Wir kommen bei Strukturreformen und Privatisierungen voran, und es ist nicht fair, wenn uns manche in Europa immer wieder in dieses Loch zurückstoßen wollen“, sagte Samaras der Zeitung.

Ein mögliches Ausscheiden Athens aus dem Euro und eine Rückkehr zur Drachme nannte er „eine Katastrophe“, der ein „wirtschaftlicher Kollaps, soziale Unruhen und eine nie da gewesene Krise der Demokratie“ folgen würden.

Juncker in Athen

Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, wird heute in Griechenland erwartet. In Athen will er Samaras und dessen Finanzminister Ioannis Stournaras treffen. Im Mittelpunkt der Gespräche werden nach Angaben der Regierung in Athen die griechischen Bemühungen stehen, den Staat zu verschlanken und den Haushalt zu konsolidieren.