Strache verteidigt bedenklichen Cartoon

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache muss sich wegen seines Webauftritts auf der Site Facebook einmal mehr den Vorwurf antisemitischer Hetze gefallen lassen. Der Grund dafür ist ein von ihm in dem Sozialen Netzwerk geposteter Cartoon, der einen dicken Bankier zeigt, der von einer Figur namens „Regierung“ gefüttert wird, während das „Volk“ hungernd daneben sitzt.

Zum Unterschied von einer weit verbreiteten Version der Karikatur ist die Zeichnung, wie sie Strache postete, verändert worden: Der Bankier hat in dieser Version eine Hakennase und Manschettenknöpfe, die zumindest an Davidsterne erinnern - was Strache beziehungsweise seine für den Webauftritt verantwortlichen Mitarbeiter in Abrede stellen.

Das Magazin „News“ berichtete in seiner Onlineausgabe, die veränderte Form der Karikatur sei eindeutig zu einer rechtsextremen Website zurückzuverfolgen. Strache erklärte - den Cartoon noch einmal in der ursprünglichen Variante postend -, er habe lediglich den Cartoon eines anderen Users „verlinkt“, und „auf einmal“ werde ihm „Antisemitismus unterstellt“, obwohl er nur die „Kaste gieriger Banker“ gemeint habe, egal welchen ethnischen oder religiösen Hintergrunds.

Laut einem Bericht des „Kurier“ (Montag-Ausgabe) will der Wiener Anwalt Georg Zanger wegen „ganz klar antisemitischer, am ‚Stürmer‘-Stil der NS-Zeit angelehnter Tendenzen“ wegen „Verhetzung und Wiederbetätigung“ klagen.