Todesurteil gegen Bo Xilais Frau in China

Gu Kailai, die Frau des in Ungnade gefallenen chinesischen Politikers Bo Xilai, ist heute von einem chinesischen Gericht des Mordes an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood für schuldig befunden worden. Sie wurde zum Tode verurteilt, wobei aber ein zweijähriger Vollstreckungsaufschub gewährt wurde. Sie könnte damit eine lebenslange Haftstrafe absitzen, soweit sie sich in den nächsten zwei Jahren nichts zu schulden kommen lässt.

Geschäftsmann vergiftet

Heywood war im November 2011 in einem Luxushotel der zentralchinesischen Stadt Chongqing tot aufgefunden worden. Gu gestand, den Geschäftsmann vergiftet zu haben, da dieser ihren Sohn bedroht habe. Bo war damals Chef der Kommunistischen Partei in Chongqing und galt als aussichtsreicher Kandidat für einen Posten im ständigen Ausschuss des Politbüros.

Inszenierte Demontage?

Im Zuge des Skandals um Heywood wurde Bo entmachtet und seit Monaten nicht mehr öffentlich gesehen. Beobachter wollen nicht ausschließen, dass es sich bei den Vorwürfen gegen ihn um eine inszenierte Demontage handelt, mit dem das Regime sich des ebenso ehrgeizigen wie früher populären Politikers entledigen will.