Vor Parlament in Rom angezündet - Arbeitsloser gestorben

Ein italienischer Arbeitsloser ist den schweren Brandverletzungen erlegen, die er sich vor einer Woche in einer Verzweiflungstat in Rom zugefügt hatte. Der in finanzielle Not geratene Mann hatte sich vor dem Abgeordnetenhaus aus Protest selbst angezündet. Er überlebte die Verbrennungen zweiten und dritten Grades auf 85 Prozent seiner Körperoberfläche nicht, wie die Nachrichtenagentur ANSA gestern berichtete.

Der 54 Jahre alte Witwer aus der Emilia-Romagna hatte vor zwei Monaten seine Arbeit verloren. Der Facharbeiter hatte bei seinem Selbstmordversuch vor dem Parlament 160 Euro in bar bei sich und einen Zettel mit der Aufschrift: „Dieses Geld ist für meinen Sohn.“

Angesichts der wirtschaftlichen Krisenstimmung in Italien hat es einige teils aufsehenerregende Suizide gegeben. Erhebungen zufolge sollen Hunderte von ihnen und darüber hinaus viele versuchte Suizide in den vergangenen Jahren auf die Krise zurückzuführen sein. Ende März etwa fuhr ein Handwerker in Bologna vor das Finanzamt, überschüttete sich mit Benzin und zündete sich an. Auch in Griechenland gab es ähnliche Fälle.