Bericht: Irak hilft Iran beim Umgehen von Sanktionen

Der Irak hilft nach einem Bericht der „New York Times“ dem Iran seit längerem dabei, Wirtschaftssanktionen zu umgehen. In einem Fall habe sich US-Präsident Barack Obama persönlich beim irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki darüber beschwert, schilderte die Zeitung gestern unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.

Im Juli hatte die US-Regierung Strafmaßnahmen gegen eine wenig bekannte Bank in Bagdad verhängt. Laut US-Angaben hat die Einrichtung Transaktionen in Millionenhöhe im Auftrag von iranischen Banken vorgenommen, die im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm mit Sanktionen belegt worden sind. Das Vorgehen dieser Bank sei aber nur die Spitze eines Eisbergs, beschreibt die „New York Times“.

Auch Flüge nach Syrien ermöglicht

Es gebe ein ganzes Netzwerk von irakischen Finanzinstituten und Ölschmuggeloperationen, die den Geldfluss in den Iran am Laufen hielten, heißt es in dem Bericht. Die USA wollten nur acht Monate nach dem Abzug ihrer letzten Truppen aus dem Irak, aber keinen „Showdown“ mit Maliki in dieser Frage.

Regierungsvertreter hätten sich vor allem in privaten Gesprächen mit irakischen Offiziellen wiederholt beschwert, heißt es. Erst kürzlich habe dann Obama selbst zum Hörer gegriffen - nachdem die Regierung erfahren habe, dass der Iran irakischen Luftraum für Transportflüge nach Syrien benutzen dürfe. Die iranischen Maschinen hätten dann eine andere Route genommen.