Streik in südafrikanischer Mine: Betreiber setzt Ultimatum

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in einer Platinmine in Südafrika hat der Betreiber den streikenden Arbeitern ein letztes Ultimatum gesetzt. Sollten sie nicht bis morgen ihre Arbeit wieder aufnehmen, drohe ihnen die Entlassung, sagte eine Sprecherin der Betreiberfirma Lonmin heute. Die Streikenden lehnten jedoch eine Rückkehr in die Mine ab, solange sie noch um die 34 Opfer des Polizeieinsatzes am Donnerstag trauerten.

Eine Wiederaufnahme der Arbeit käme einer Beleidigung ihrer von der Polizei getöteten Kumpel gleich, sagte der Arbeiter Zachariah Mbewu. „Viele unserer Freunde und Kollegen sind tot, und sie erwarten, dass wir wieder zu arbeiten anfangen. Niemals.“ Derzeit werde noch um die 34 Toten getrauert, die am Donnerstag in der Platinmine Marikana bei dem blutigsten Polizeieinsatz seit dem Ende der Apartheid 1994 getötet worden waren.

Am Samstag trafen interne Ermittler in dem Bergwerk nahe der Stadt Rustenberg im Nordwesten des Landes ein, um die Umstände des Polizeieinsatzes zu untersuchen. Sie sollen insbesondere klären, ob der Einsatz von Schusswaffen im Verhältnis zur Bedrohung durch die bewaffneten Bergarbeiter stand. Präsident Jacob Zuma hatte am Freitag bei einem Besuch in Marikana die Einrichtung einer Untersuchungskommission angekündigt.