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Großangelegte Sicherheitsvorkehrungen

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat nach Angaben des Staatsfernsehen am Sonntag eine Moschee in Damaskus besucht. Es handelte sich um den ersten öffentlichen Auftritt des Langzeitmachthabers seit dem tödlichen Anschlag auf Mitglieder seines innersten Machtzirkels vor rund vier Wochen.

Bei dem Bombenanschlag in Damaskus am 18. Juli waren der syrische Verteidigungsminister sowie drei andere ranghohe Sicherheitsbeamte getötet worden, darunter der Schwager Assads. Der Auftritt in der Moschee - als offizieller Anlass wurde das dreitägige Ramadanfest zum Abschluss des islamischen Fastenmonats genannt - dürfte nach Angaben des arabischen TV-Senders al-Arabiya mit Blick auf die großangelegten Sicherheitsvorkehrungen von langer Hand vorbereitet worden sein.

Syrischer Machthaber Baschar al-Assad

Reuters/Staatliche syrische Nachrichtenagentur

Erster öffentlicher Auftritt seit Wochen: Assads Moscheebesuch in Damaskus

Als Ort des vom Staats-TV übertragenen Auftritts sei zudem das Gotteshaus Rihab al-Hamad anstatt der repräsentativen Moschee al-Amawi gewählt worden, was auf die prekäre Lage in der Innenstadt von Damaskus hinweise. Ein Blick auf eine BBC-Karte zeigt, dass mittlerweile große Teile der syrischen Hauptstadt Schauplatz von Kämpfen geworden sein dürften.

Zahlreiche Todesopfer entdeckt

Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte seien zuletzt in und um Damaskus Dutzende Leichen entdeckt worden. Allein im südlichen Viertel Kabun seien 23 Tote gefunden worden, vier im benachbarten Stadtteil Kadam und 16 nahe dem Vorort Duma. Bereits am Donnerstag waren in Katana südwestlich der Hauptstadt 65 Leichen entdeckt worden, nach BBC-Angaben auf einer Müllhalde. Nach Angaben der Rebellen wurden die teils gefesselten Männer hingerichtet. Ihre Identität war jedoch ebenso unklar wie die Täterschaft.

Kampf um Flughafen von Aleppo

Aus mehreren Teilen des Landes wurden unterdessen weiter schwere Gefechte zwischen den Truppen des Assad-Regimes und Aufständischen gemeldet. Gekämpft wurde unter anderem im Damaszener Bezirk Tadamun, in der nördlichen Millionenmetropole Aleppo sowie in den Provinzen Homs, Daraa und Deir al-Sor. Nach Angaben von Oppositionellen starben allein am Samstag mindestens 172 Menschen. Erneut bombardiert wurde am Samstag zudem die Ortschaft Asas nahe Aleppo. Dort waren am Mittwoch beim Abwurf zweier Fliegerbomben mindestens 80 Zivilisten getötet worden.

Vom syrischen Fernsehen erstmals bestätigt wurden nach Al-Jazeera-Angaben schwere Gefechte rund um den internationalen Flughafen von Aleppo, der als strategisch zentraler Punkt in Syriens größter Stadt gilt. Die Rede war von mehreren Angriffen durch „bewaffnete Terroristengruppen“.

Flucht des Vizepräsidenten dementiert

Für Verwirrung sorgten zuletzt Gerüchte, der syrische Vizepräsident Faruk al-Scharaa habe sich vom Regime losgesagt und sei ins benachbarte Jordanien geflüchtet. Die Medienberichte wurden am Samstag von Regierungsseite dementiert. Während das Büro von Scharaa versicherte, der Vizepräsident habe „keinen Moment lang daran gedacht, das Land zu verlassen“, sprachen die Rebellen von einem gescheiterten Fluchtversuch.

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