Abrechnung in größter Partei Serbiens

Nach den verlorenen Präsidenten- und Parlamentswahlen ist in Serbiens bisher wichtigster Partei, den Demokraten (DS), ein Machtkampf um ihren Vorsitzenden Ex-Präsident Boris Tadic entbrannt. Der Belgrader Bürgermeister und zweitwichtigste Parteipolitiker Dragan Djilas fordere ultimativ den Rücktritt des Parteichefs, berichtete die größte Zeitung „Blic“ heute auf ihrer Titelseite.

„Boris Tadic wird von niemandem mehr unterstützt“, titelte die Zeitung „Informer“. Der seit Jahren alles bestimmende Tadic weigert sich, seinen Platz zu räumen.

Die von den USA und der EU seit Jahren favorisierte Partei, die sich Europa auf die Fahnen geschrieben hat, von Kritikern aber als korrupt eingeordnet wird, hat heuer alle staatlichen Spitzenfunktionen verloren. Statt Tadic steht nun der einstige extreme Nationalist Tomislav Nikolic an der Staatsspitze. Er hatte sich nach eigener Darstellung zum Demokraten und Europäer gewandelt. Auch die Regierung wird von früheren Extremisten gebildet, die für sich in Anspruch nehmen, heute aufrichtige Reformer und Europäer zu sein. Serbien gilt als eines der korruptesten Länder Europas.