Vogelwart findet Schatz auf niederländischer Insel

Ein Vogelwart hat auf der niederländischen Wattenmeerinsel Terschelling ein Wrack mit 300 Kilogramm Kupfer und Tausenden Glasperlen gefunden. „Die Fundstücke stammen vermutlich von einem Frachtschiff aus dem 18. Jahrhundert“, sagte heute der Direktor des Terschellinger Heimatmuseums ’t Behouden Huys, Frans Schot.

Das Schiff muss vor der Insel gesunken sein. Wrackteile spült es laut Schot häufiger an. „Es ist aber ein Wunder, dass die Ladung nach so langer Zeit noch vorhanden war.“

Perlen aus Amsterdam und Venedig?

Woher die Ladung stammt, müssen Forscher noch herausfinden. Aber erste Analysen weisen daraufhin, dass die Perlen in Amsterdam und Venedig hergestellt wurden. „Im 18. Jahrhundert waren sie Zahlungsmittel für den Sklavenhandel“, sagt der Museumsdirektor. Die rund 300 Kilogramm schweren Kupferstäbe waren zusammengebunden und versiegelt. Schot vermutet, dass die Ladung zu einem Frachtschiff der niederländischen Westindischen Compagnie gehörte. Die Schiffsgesellschaft holländischer Kaufleute trieb im 17. und 18. Jahrhundert einen lukrativen Handel mit Afrika und Amerika.

Schot schließt nicht aus, dass vor der Küste Terschellings noch viel mehr von der kostbaren Ladung liegt. „Doch wegen der Strömung ist es viel zu gefährlich, um danach zu tauchen.“ Bewohner und Besucher der Urlaubsinsel können die Schätze allerdings ab diesem Wochenende im Inselmuseum bewundern. Der Fund war bisher geheim gehalten worden, aus Sorge, dass Schaulustige die Brutplätze von Vögeln in dem Gebiet um das Wrack stören könnten.