Teil eines Mont-Blanc-Gletschers wegen Hitze abgebrochen

Ein Teil eines Gletschers im französischen Mont-Blanc-Massiv ist diese Woche abgebrochen. Wegen der großen Hitze sei das Eis an einer Spalte am Gletscher von Tete Rousse gebrochen, teilte Alison Evans von der staatlichen Forstbehörde gestern mit. Dadurch sei ein Loch von etwa zwei Quadratmetern entstanden. Unter der „Eisbrücke“, die eingestürzt sei, sei eine Wasserhöhle sichtbar geworden.

Wasser soll wieder abgepumpt werden

Im Jahr 2010 war eine Gletscherhöhle mit 65.000 Kubikmetern Wasser entdeckt worden, die das Tal von Saint-Gervais zu überfluten drohte. Danach wurde das Wasser abgepumpt, die inzwischen wieder angesammelten 10.000 Kubikmeter sollen im September ebenfalls abgepumpt werden. Ein Sicherheitsbereich wurde eingerichtet, damit Bergsteiger nicht in die Nähe kommen. Das jetzt eingestürzte Gletscherstück lag jedoch außerhalb des Sicherheitsbereichs, der nun erweitert wurde, an einer Stelle, an der die Bergsteiger bisher vorbeikamen.

Bürgermeister für dauerhafte Lösung

Die beiden Wasserhöhlen seien sicherlich miteinander verbunden, meinte Evans. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Saint-Gervais, Jean-Marc Peillex, zeigt der neue Vorfall, dass die einzige Lösung darin besteht, einen Tunnel zur dauerhaften Wasserableitung zu bohren. Das würde aber sechs bis acht Millionen Euro kosten, während das einmal jährliche Abpumpen 500.000 Euro kostet.

Der See hat sich in einer Gletscherhöhle gebildet, die keinen natürlichen Ablauf hat und deshalb bersten könnte. Nach der Entdeckung des Gletschersees im Jahr 2010 hatte der Bürgermeister gewarnt, sollte das Wasser die Höhle zum Bersten bringen, könne es binnen einer viertel bis halben Stunde ins Tal stürzen und „knapp 900 Familien“ in Lebensgefahr bringen. Bei einer ähnlichen Katastrophe im Jahr 1892 waren 175 Menschen in dem Tal ums Leben gekommen.