Minister: Finnland bereitet sich auf Ende der Euro-Zone vor

Finnlands Außenminister Erkki Tuomioja hat ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone als unausweichlich bezeichnet. In einem Interview mit der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ forderte er die Länder Europas auf, sich darauf vorzubereiten.

„Es gibt keine Regeln dafür, wie man den Euro verlässt, aber es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte der Minister. „Entweder der Süden oder der Norden wird wegbrechen.“ Die Gemeinschaftswährung sei wie eine Zwangsjacke, die Millionen Menschen in Not bringe und die Zukunft Europas zerstöre.

„Aber niemand in Europa will der Erste sein, der aus dem Euro aussteigt, und die ganze Schuld auf sich ziehen“, sagte Tuomioja. „Das Auseinanderbrechen des Euro bedeutet nicht das Ende der Europäischen Union. Es könnte der EU helfen, besser zu funktionieren“, machte der Minister deutlich.

Er berichtete zugleich, finnische Regierungsvertreter hätten Vorbereitungen getroffen für ein Ende der Gemeinschaftswährung mit einem „Handlungsplan für jede Eventualität“. „Das ist nicht etwas, das jeder in Finnland befürwortet, geschweige denn die Regierung. Aber wir müssen vorbereitet sein“, mahnte Tuomioja.

Europaminister grenzt sich ab

Finnlands Europaminister Alexander Stubb versuchte heute, sich von den Aussagen seines Ministerkollegen abzugrenzen: Finnland will nach Worten von Stubb unbedingt am Euro festhalten. „Wir stehen zu 100 Prozent zum Euro“, sagte Stubb der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich will deutlich machen, dass die Spekulationen des Außenministers nicht die Position der Regierung widerspiegeln.“