Zinsskandal: USA fordern Unterlagen von sieben Banken

Im Skandal um die Manipulation von Interbankenzinsen hat die US-Justiz Unterlagen von insgesamt sieben Banken angefordert.

Mitarbeiter der Geldinstitute sollen zunächst aber nicht befragt werden, wie die Nachrichtenagentur AFP gestern aus informierten Kreisen erfuhr. Betroffen von den Ermittlungen der Bundesstaaten New York und Connecticut ist demnach unter anderem die Deutsche Bank.

Die Justizminister der beiden Staaten forderten den Angaben zufolge zudem Unterlagen der britischen Großbanken Barclays, HSBC und Royal Bank of Scotland (RBS), der Schweizer Bank UBS und der US-Institute Morgan Chase und Citigroup an. Die Aufforderungen an die Unternehmen gingen demnach zwischen Mai und August heraus.

In dem Zinsskandal geht es um die Manipulation des britischen Zinssatzes LIBOR, zu dem in Großbritannien Banken anderen Instituten Geld leihen, und des europäischen Interbankenzinses EURIBOR. Im Zentrum der Affäre steht die britische Großbank Barclays. Die Zinssätze werden auf Grundlage der Angaben von Banken berechnet. Dabei sollen Institute falsche Angaben gemacht haben, um Vorteile zu erlangen. Bei der Deutschen Bank läuft in der Sache derzeit eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht BaFin.