Saudi-Arabien fordert Bürger zum Verlassen des Libanon auf

Saudi-Arabien hat seine Bürger im Libanon aufgefordert, das Land umgehend zu verlassen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass Schiiten als Vergeltung für Geiselnahmen von Libanesen und Iranern durch syrische Rebellen saudi-arabische Bürger entführen könnten. Auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate gaben entsprechende Warnungen für ihre eigenen Staatsangehörigen heraus.

Die Familie eines von syrischen Rebellen festgehaltenen Libanesen brachte nach eigenen Angaben im Libanon mehr als 20 Syrer in ihre Gewalt. Darunter sei auch ein ranghohes Mitglied der Freien Syrischen Armee, einer der führenden Rebellengruppen, erklärte gestern ein Familienmitglied. Sie würden gefangen gehalten, bis der Verwandte freikomme, hieß es.

Der Libanese Hassan Salim al-Mikdad war in einem Video der syrischen Rebellen zu sehen. Er soll Mitglied der Hisbollah ein, einer im Libanon einflussreichen schiitischen Organisation, die enge Verbindungen zum Iran und zur syrischen Regierung unterhält. Die Hisbollah wies das aber zurück. Der Vorfall zeigt, wie schnell der Konflikt von Syrien auf den Libanon übergreifen kann, wo es tiefe Gräben zwischen Anhängern und Gegnern der syrischen Regierung gibt.