Wien: Pussy-Riot-Aktion in russisch-orthodoxer Kirche

Vier vermummte Gestalten haben aus Solidarität mit der Moskauer Frauen-Punkband Pussy Riot den Altar der russisch-orthodoxen Kathedrale in Wien gestürmt. Wie die regierungskritischen Musikerinnen aus Russland trugen die vier bunte Gesichtsmasken und ließen sich im Altarraum mit einem Banner fotografieren, wie ein Kirchenvertreter gestern sagte.

Die beiden einzigen Besucher der Kathedrale zum Heiligen Nikolaus seien empört gewesen, doch es es sei kein Sachschaden entstanden. „Leider gibt es Menschen, die heilige Stätten für ihre eigenen Werbezwecke missbrauchen. Dies ist eine Kirche und wir sind nicht auf geistesgestörte Menschen eingestellt“, fügte der Vertreter von St. Nikolaus hinzu.

„Gott liebt Pussy Riot“

Die Fotos der Blitzaktion veröffentlichte die Gruppe im Internet, um die Botschaft des Banners „Gott liebt Pussy Riot, befreit Pussy Riot“ zu verbreiten. Die drei inhaftierten Frauen von Pussy Riot hatten im Februar am Altar der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein „Punkgebet“ aufgeführt.

Mit ihrem Auftritt kurz vor der Präsidentenwahl protestierten die Musikerinnen gegen Russlands heutigen Staatschef Wladimir Putin und kritisierten dessen Beziehungen zur mächtigen russisch-orthodoxen Kirche. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Angeklagten jeweils drei Jahre Haft. Das Urteil zum Vorwurf des „Rowdytums“ soll am Freitag verkündet werden.