Belo-Monte-Staudamm erneut gestoppt

Erneut hat ein brasilianisches Gericht einen Stopp der Bauarbeiten an dem umstrittenen Staudamm Belo Monte im Amazonasgebiet angeordnet. Die Justiz gab damit gestern einem entsprechenden Antrag des Bundesstaats Para statt, der moniert hatte, dass die Ureinwohner der Region vor dem Beginn der Bauarbeiten nicht angehört worden seien.

Als das Parlament im Jahr 2005 das Projekt genehmigt habe, habe es eine Untersuchung möglicher negativer Folgen für die Umwelt nach Beginn der Bauarbeiten gefordert. Das wäre aber im Vorfeld nötig gewesen, erklärte das Gericht.

Dem Baukonsortium Norte Energia wurden daher nun unter Androhung hoher Strafzahlungen die Arbeiten untersagt. Zuerst müssten die Ureinwohner vom Parlament gehört werden, so wie es die Verfassung vorsehe, urteilte das Gericht. Norte Energia kann gegen das Urteil aber Berufung einlegen.

Regierung verweigerte Gespräche

Der Bau des Staudamms ist seit jeher umstritten. Bereits im September vergangenen Jahres hatte ein Gericht einen Baustopp verhängt und geurteilt, der Bau hindere die Ureinwohner am Fischen. Weil die Regierung sich weigerte, an einem Vermittlungstreffen teilzunehmen und die Arbeiten fortgeführt wurden, hatten Hunderte Ureinwohner und Umweltschützer daraufhin den Staudamm mehrmals besetzt, zuletzt vor wenigen Wochen.