Assange erhält laut „Guardian“ Asyl - Ecuador dementiert

Julian Assange, der Gründer des Internetportals WikiLeaks, soll Asyl in Ecuador erhalten. Das berichtete der britische „Guardian“ gestern Abend in seiner Onlineausgabe unter Berufung auf einen Diplomaten. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa wies das kurz daraufhin jedoch zurück und schrieb in dem Kurzmitteilungsdienst Twitter, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

Auch ein WikiLeaks-Sprecher konnte das nicht bestätigen. „Ich habe gerade mit ihm (Assange, Anm.) gesprochen, und er hat gesagt, dass er auch noch nicht benachrichtigt wurde“, so Kristinn Hrafnsson.

Asyl aus humanitären Gründen?

Ecuador bewerte den Asylantrag Assanges als „humanitäre Angelegenheit“, zitierte der „Guardian“ einen ecuadorianischen Regierungsvertreter. Es sei bereits klar gewesen, dass es „eine Art von Abmachung“ gegeben habe, als sich der 41-jährige Australier am 19. Juni in die Londoner Botschaft des Landes geflüchtet habe. Die ecuadorianische Botschaft in London wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Präsident: Entscheidung steht noch aus

Correa schrieb auf Twitter, das „Gerücht“, dass Assange politisches Asyl gewährt werden solle, sei falsch. „Dazu ist noch keine Entscheidung gefallen“, schrieb Correa. Er warte noch auf einen Bericht des Außenministeriums. Am Montagabend (Ortszeit) hatte Correa in einem Interview mit dem Fernsehsender ECTV gesagt, er erwarte, dass die Diplomaten in der Botschaft spätestens am Mittwoch zum Asylantrag Assanges ein Treffen abhielten.