Themenüberblick

Gutes Jahr für Schriftstellerinnen

Die Forbes-Liste der weltweit 100 bestverdienenden Autoren wird heuer (Zahlen von 2011) von Frauen zwar nicht angeführt - an erster Stelle steht der Krimiautor James Patterson mit 94 Millionen Dollar im Jahr -, aber dennoch dominiert. Nicht weit hinter ihm rangieren E. L. James mit „Fifty Shades of Grey“, Suzanne Collins mit den „Die Tribute von Panem“ und J. K. Rowling mit ihren „Harry Potter“-Büchern.

Die Trilogie des Jahres ist die Erotikromanserie „Fifty Shades of Grey“. Alleine in den ersten vier Monaten seit der Veröffentlichung wurden 20 Millionen Exemplare verkauft - die meisten davon als E-Books, die sich diskret lesen lassen, ohne dass jeder in der U-Bahn (oder der Partner im Bett) weiß, dass man mit gierigen Augen ein Pornobuch statt eines Sachbuchs für den Job verschlingt.

Buchcovers von "Fifty Shades of Grey"

The Writer's Coffee Shop

E-Book-Hinweis

E. L. James: Fifty Shades of Grey. Erster Teil der Trilogie. Kindle, 382 Seiten, 8,76 Euro.

Am Höhepunkt des Hypes soll James pro Woche mehr als 1,3 Millionen Dollar mit „Fifty Shades“ verdient haben. Da sind die fünf Millionen Euro, die sie von Universal Pictures und Focus Films für die Filmrechte bekommen hat, noch nicht eingerechnet. Seit „Eat, Pray, Love“ hat unter den Frauen in den USA und Großbritannien kein Buch mehr für so viel Aufregung gesorgt wie der Erotikroman „Fifty Shades of Grey“.

Die Autorin schreibt unter dem Namen E. L. James, ist Mutter von zwei Kindern und arbeitete in London als TV-Angestellte, wie sie auf ihrer Homepage verrät. Seit Jänner widmet sie sich ganz und gar dem Schreiben von semierotischer Literatur. Aus Fangeschichten rund um die „Twilight“-Serie von Stephanie Meyers entstand auch ihr Hauptakteur Christian Grey mit seiner Affinität zu Peitschen, Fesseln und Handschellen.

„Der Typ ist manchmal nur widerlich“

Aber „Fifty Shades of Grey“ weckt nicht nur Begeisterung. Kritiker haben das Buch für seine Schilderung von Gewalt und dem antiquierten Frauenbild völlig verrissen. „Ich finde es faszinierend, wie viele erfolgreiche, motivierte und gebildete Frauen sagen, dass dieses Buch das Beste ist, das sie jemals gelesen haben“, sagte die 38-jährige Anwältin Meg Lazarus gegenüber der „New York Times“. „Ich verstehe das einfach nicht. Das handelt von so viel Gewalt, und der Typ ist manchmal einfach nur widerlich.“

Viel Fett für „Hunger Games“

Eine weitere Frau hat sich in die Reihe der literarischen Großverdiener eingereiht: Suzanne Collins, die Autorin der „Hunger Games“, zu Deutsch „Die Tribute von Panem“. Sie hat alleine durch den Verkauf der Bücher 20 Millionen Dollar verdient. Von den 650 Millionen Dollar, die die erste Verfilmung eingespielt hat, dürfte sie rund 1,5 Millionen Dollar bekommen haben. Die Verfilmung der Teile zwei und drei ist ebenfalls bereits geplant. Von den Büchern wurden 2011 neun Millionen Stück verkauft.

James Patterson und Stephen King

Der Krimiautor James Patterson ist längst eher ein Unternehmer als ein Schriftsteller. Er liefert die Idee und das Grundgerüst seiner Romane ab, die dann von bis zu sieben Ghostwritern fertiggeschrieben werden. Alleine 2011 konnte er auf diese Weise 14 neue Bücher veröffentlichen. Patterson ist einer der wenigen auf der Forbes-Liste, der fast ausschließlich durch seine Bücher Geld verdient - und nicht wegen Film- und TV-Rechten. Er verdiente 2011 94 Millionen Dollar.

Praktisch immer auf der Liste vertreten ist Stephen King. 2011 machte er 39 Millionen Dollar, wobei auch hier wieder TV- und Filmrechte vergeben wurden. King ist ein Vielschreiber - der allerdings seine Storys auch selbst ausformuliert. Im Herbst dieses Jahres soll wieder ein neuer Titel von ihm erscheinen - man kann sich also darauf verlassen, dass King auch auf der 2012er-Liste wieder vertreten sein wird.

Links: