Nordkosovo: Bombenanschlag auf serbisches Restaurant

In der zwischen Albanern und Serben geteilten Stadt Mitrovica im Nordkosovo ist es gestern und in der Nacht auf heute zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen, die ethnisch motiviert sein dürften.

Zuerst war in den frühen Abendstunden ein Albaner im vorwiegend von Serben bewohnten Nordteil von Mitrovica verprügelt worden. Die Angreifer waren laut Angaben eines Polizeisprechers bisher unbekannte Personen. Nur Stunden später wurde ein Bombenanschlag auf ein serbisches Restaurant verübt.

Zur Explosion kam es kurz vor Mitternacht, als im Restaurant keine Gäste mehr waren. Das Lokal befindet sich in einem Viertel, in dem sowohl Serben als auch einige Albaner wohnen. Es wurde beträchtlicher Sachschaden verursacht.

Instabile Situation in Mitrovica

Der Bürgermeister von Nordmitrovica, Krstimir Pantic, sagte der staatlichen serbischen Nachrichtenagentur Tanjug, die Vorfälle zeugten von einer äußerst instabilen Situation in der Stadt.

Der Kommandant der im Kosovo stationierten NATO-Schutztruppe (KFOR), Erhard Drews, hatte sich in der Vorwoche für die Beseitigung einer von ortsansässigen Serben an einer Brücke errichteten Barrikade ausgesprochen. Die Brücke über den Ibar-Fluss bildet seit dem Ende des Kosovo-Krieges im Juni 1999 eine Trennlinie zwischen dem vorwiegend serbischen Nordteil und dem von Albanern bewohnten Südteil von Mitrovica.

Österreichischer Soldat verletzt

Bei einer Explosion wurde ein Soldat des österreichischen Bundesheeres am Samstag im Kosovo schwer verletzt. Nach Angaben des Bundesheeres war der Steirer bei Abbauarbeiten im Camp Casablanca in Suva Reka im Einsatz und wollte nicht mehr benötigtes Material mit einem Brandbeschleuniger anzünden. Dabei kam es zu der Explosion, der Soldat wurde weggeschleudert und schwer verletzt.

Am Sonntag wurde der Steirer mit einer speziell für Sanitätsflüge ausgerüsteten Militärmaschine des Typs C-130 Hercules nach Österreich geflogen. Der Gesundheitszustand des Soldaten sei stabil, so das Bundesheer. Er werde stationär behandelt.