WIFO: Österreichs Wirtschaft verliert an Fahrt

Das Wachstum der österreichischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal spürbar an Tempo eingebüßt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) heute mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt damit gerechnet. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft noch um 0,5 Prozentpunkte zugelegt. „Damit hat sich die Konjunktur deutlich abgekühlt, jedoch ist diese Entwicklung angesichts der Rezession im Euro-Raum als relativ gut zu bezeichnen“, erklärten die WIFO-Forscher, die die BIP-Daten für die Regierung berechnen.

Auch Deutschland mit geringerem Wachstum

In Deutschland trübte sich die Konjunktur ähnlich ein: Das Wachstum fiel im Frühjahr auf 0,3 von 0,5 Prozent im ersten Quartal. Grund für die langsamere Gangart in Österreich war die Zurückhaltung der Verbraucher, deren Ausgaben stagnierten. Zudem konnte der Außenhandel die Wirtschaft - anders als zuletzt - kaum anschieben, da Exporte und Importe ähnlich stark zulegten.

Frankreichs Wirtschaft stagniert

Die französische Wirtschaft steckt in einer Stagnation fest. Wie das nationale Statistikamt heute mitteilte, blieb die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal unverändert. Auch zu Jahresanfang und im vierten Quartal des vergangenen Jahres veränderte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht.

Damit schlug sich die französische Wirtschaft dennoch zuletzt etwas besser als erwartet: Die meisten Volkswirte hatten im zweiten Quartal mit einem minimalen Rückgang des BIP gerechnet.

Minus 0,2 Punkte im Euro-Raum

Die Wirtschaftsleistung schrumpfte auch in der Euro-Zone im zweiten Quartal. Nach einer Stagnation in den ersten drei Monaten 2012 sackte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17 Ländern mit der Gemeinschaftswährung um 0,2 Prozentpunkte ab. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat heute in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit.