Italien will keine EZB-Hilfen beantragen

Trotz der nach wie vor hohen Zinssätze will die Regierung Monti von der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Hilfen beantragen und arbeitet an keinem weiteren Sparpaket. Das betonte Italiens Wirtschaftsminister Vittorio Grilli heute im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“.

„Wir brauchen keine Hilfe, um das Defizit einzudämmen, im kommenden Jahr werden wir eine ausgeglichene Bilanz vorlegen können. Was wir brauchen, ist ein wenig Ruhe seitens der Märkte, die Vertrauen in uns haben und weiterhin in Italien investieren sollen“, betonte Grilli.

Der Minister dementierte entschieden, dass die Regierung Monti im September einen weiteren Sparplan über die Bühne bringen werde. „Das wäre ein Fehler. Mit einem weiteren Sparplan zur Defiziteindämmung würden wir weiterhin eine Wirtschaft bremsen, die bereits in der Rezession steckt“, erklärte der seit Juli amtierende Minister.

Die Regierung Monti plant demnach einen mehrjährigen Plan zum Schuldenabbau. Damit solle die Verschuldung um vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Jahr reduziert werden. „Das würde einen Abbau der Verschuldung um 20 Prozent des BIP in fünf Jahren ermöglichen. Das ist ein beträchtliches Resultat, man muss sowohl auf Kampf gegen Defizit als auch auf Privatisierungen setzen“, erklärte Grilli.