Themenüberblick

Feuerwehr im Großeinsatz

Vier Tage lang hat die griechische Feuerwehr mit Unterstützung von Soldaten und Verstärkung aus Serbien gegen einen verheerenden Waldbrand nahe der Mönchsrepublik am Berg Athos gekämpft. Starke Regenfälle auf Sonntag löschten schließlich weitgehend den Brand.

„Heute Früh haben wir kaum noch Brände“, sagte der Regionalgouverneur, Christos Pachtas, am Sonntag im griechischen Radio. Feuerwehr und Löschflugzeuge bleiben jedoch in höchster Alarmbereitschaft, hieß es. Nach mehreren Tagen mit Temperaturen über 40 Grad zeigten die Thermometer in Griechenland am Sonntag nur noch 32 Grad.

Der Brand tobte seit vier Tagen in der Klosterregion Berg Athos auf der östlichen Landzunge der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer sowie serbische Feuerwehrmänner waren im Dauereinsatz. Die Löscharbeiten wurden demnach durch die Dichte des seit Jahrzehnten unberührten Waldes und die häufig wechselnde Windrichtung erschwert.

Löschflugzeug in der Nähe vom Berg Athos

APA/EPA

Löschflugzeug in der Nähe des Heiligen Berges

Vorübergehend wurde das nahe gelegene serbisch-orthodoxe Kloster von Hilandar bedroht, wo sich Ikonen, Schriften und andere religiöse Gegenstände unschätzbaren Wertes befinden. Nach Schätzungen wurden dort mindestens 400 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land zerstört.

Autonome Mönchsrepublik

Die autonome Mönchsrepublik Athos auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidike hat einen eigenen Vertrag mit Brüssel, der sicherstellt, dass die Freizügigkeit der Niederlassung nicht für den Heiligen Berg gilt. Das seit dem 10. Jahrhundert geltende „Avaton“ verbietet Frauen den Zutritt. In den 20 Klöstern auf dem Athos leben derzeit rund 2.200 Mönche (zu Beginn des Jahrhunderts waren es über 10.000).

Anders als der Vatikan, der 1929 durch die Lateranverträge ein eigener Staat wurde, ist die 336 Quadratkilometer große Mönchsrepublik nicht souverän, sondern ein Kondominium unter der gemeinsamen Herrschaft Griechenlands und des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel - der selbst türkischer Staatsbürger sein muss (seit 1991 Bartholomaios I.)

Brände wüteten auch auf Peloponnes

Zwei weitere große Brände wüteten unterdessen im Westen der Halbinsel Peloponnes. Auch hier löschte Regen in der Nacht auf Sonntag das Feuer, berichtete das staatliche Fernsehen (NET). In Griechenland gibt es jedes Jahr zahlreiche Waldbrände. Ursache ist oftmals Brandstiftung, aber nur wenige Täter werden gefasst. Im Jahr 2007 waren bei einem Großbrand auf der Insel Euböa 77 Menschen ums Leben gekommen. Die Flammen verschlangen rund 250.000 Hektar Land.

Link: