Chinesische Medien: Bo Xilais Frau geständig

Die Ehefrau des abgesetzten chinesischen Spitzenpolitikers Bo Xilai hat nach Medienberichten den Mord an einem britischen Geschäftsmann zugegeben. Gu Kailai habe einen Nervenzusammenbruch als Auslöser für ihre Tat genannt, berichtete die britische BBC gestern unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Xinhua. Demnach hat sich die 53-Jährige für die Tragödie entschuldigt und erklärt, dass sie jeder Strafe ruhig entgegensehe.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Gattin des ehemaligen Spitzenfunktionärs der kommunistischen Partei Bo Xilai einen kurzen Prozess gemacht. Die Ankläger waren davon überzeugt, dass Gu den britischen Geschäftsmann Neil Heywood vergiftet hat, weil sie um die Sicherheit ihres Sohnes gefürchtet habe. Hintergrund soll ein Streit um Geld gewesen sein.

Heywood war ein alter Freund der Familie. Gu hatte der Mordanklage nicht widersprochen. Sie könnte zum Tode verurteilt werden, was Beobachter aber für unwahrscheinlich halten. Einen Termin für die Urteilsverkündung gibt es noch nicht.

Polizisten gestehen Mordvertuschung

Einen Tag nach dem Giftmordprozess gegen Gu mussten sich auch vier ranghohe Polizeioffiziere vor Gericht verantworten. Sie sollen Gu dabei geholfen zu haben, den Mord zu vertuschen. Die beschuldigten Polizisten gaben demnach zu, einen falschen Bericht zum Tod des Briten Neil Heywood angefertigt und Beweismaterial unterschlagen zu haben. Zudem hätten sie keine Autopsie vorgenommen, sondern die Leiche eingeäschert.