Aleppo: Rebellen laut Armee am Flughafen zurückgeschlagen

Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben einen Angriff der Aufständischen auf den internationalen Flughafen von Aleppo zurückgeschlagen. Die „meisten“ der Angreifer seien getötet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SANA heute.

Ein Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee bestätigte den Angriff, machte aber keine Angaben zu Einzelheiten. Armee und Rebellen kämpfen in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole erbittert um die Vorherrschaft. Aus dem strategisch wichtigen Viertel Salaheddin in der syrischen Millionenstadt Aleppo wurden erneut schwere Gefechte gemeldet. Auch in den Straßen von Salaheddin werde weiter gekämpft, sagte Hussam Abu Mohammed, Kommandant der oppositionellen Freien Syrischen Armee, der Nachrichtenagentur AFP. „Wir kämpfen weiter um Salaheddin, weil wir diesen Bezirk nicht aufgeben werden.“

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London zufolge nahm die syrische Armee den umkämpften Bezirk sowie die Stadtteile Sahur und Hanano unter heftigen Beschuss. Dabei seien zwei Zivilisten getötet worden.

Video dazu in iptv.ORF.at

Zitadelle beschädigt

Laut Oppositionsangaben beschädigte die Armee die berühmte Zitadelle von Aleppo mit einer Mörsergranate. Das zum Weltkulturerbe gehörende Gebäude sei von einem solchen Geschoß getroffen worden, über das niemand in Syrien außer den Regierungstruppen verfüge.

Demnach schlug die Mörsergranate am Eingang der Zitadelle ein, die als Juwel der islamischen Militärarchitektur des Mittelalters gilt, und zerstörte eine Marmortafel mit dem Namen der Stätte.

Brahimi als Vermittler im Gespräch

Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi ist als möglicher Nachfolger des scheidenden Syrien-Vermittlers Kofi Annan im Gespräch. Der 78-jährige ehemalige algerische Außenminister habe „gute Chancen“, den Auftrag im Namen der UNO und der Arabischen Liga zu erhalten, sagte ein westlicher Diplomat mit Einblick in die Diskussionen heute in Beirut.

Annan hatte vor einer Woche wegen der mangelnden Friedensbereitschaft der Konfliktparteien in Syrien und der Uneinigkeit der Vetomächte im Weltsicherheitsrat seinen Rückzug von dem Amt angekündigt.

Brahimi war in der Vergangenheit als UNO-Sondergesandter unter anderem in Afghanistan und im Irak tätig. Eine offizielle Bestätigung für seine Ernennung lag am UNO-Sitz in New York zunächst nicht vor.