Libor-Skandal: GB zieht erste Konsequenzen

Großbritannien zieht als erstes Land Konsequenzen aus dem internationalen Zinsskandal. Die Finanzaufsicht des Landes (FSA) will mit einem Reformvorstoß Druck auf die Geldwirtschaft machen, um Manipulationen an den Interbanken-Zinssätzen künftig zu verhindern. Stein des Anstoßes ist Referenzsatz Libor, der täglich in London ermittelt wird und bei dem etliche Großbanken nach Erkenntnissen der Aufseher getrickst haben.

„In seiner bestehenden Form erfüllt der Libor seinen Zweck nicht mehr“, sagte FSA-Geschäftsführer Martin Wheatley und stellte eine Liste von Verbesserungsvorschlägen vor. „Es ist völlig ausgeschlossen, dass wir hier ohne Änderung weitermachen.“ Der Vertrauensverlust sei nach dem Manipulationsskandal enorm. Den Geldhäusern gibt Wheatley bis Anfang September Zeit, ihre Ideen darzulegen.

Geht es nach dem Willen der FSA, sollen sich zudem die Regulierer weltweit die Kontrolle des Libor-Regimes teilen - die Briten beanspruchen dabei den Vorsitz. Ob das durchgeht, ist nach den jüngsten Schlagzeilen um die britischen Geldhäuser allerdings völlig offen.