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Vergängliche Liebe tut weh

Wer sich eine Tätowierung als Ausdruck tiefer und ewiger Liebe gönnt, sollte sich diesen Schritt gut überlegen. Das gilt auch für Fans von fremden Schriftzeichen, zweideutigen und großflächigen Tattoos. Denn nicht jede gestochene Körperverzierung gefällt wirklich für den Rest des Lebens - und eine Entfernung ist nicht nur schmerzhaft und kostspielig, sondern auch zeitaufwendig.

Laut Auskunft der Wiener Hautärztin Brigitte Klein zählen Liebesbeweise wie Eheringe und der Name des verflossenen Partners zu den am häufigsten entfernten Tätowierungen. Neben solchen Trennungsopfern und uralten, selbstgestochenen Tattoos sind es aber oft verzweifelte Neuverzierte, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind und auf eine schnelle Entfernung hoffen.

Auch Tätowierungen, die weniger mit oft so vergänglichem Liebesglück zu tun haben, sind nicht komplett frei von Gefahr. Obwohl mittlerweile gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, gibt es immer noch Berufe, in denen eine offensichtliche Tätowierung ein Karrierehindernis darstellt.

Tattoos in vielen Branchen unerwünscht

In vielen Branchen, meist mit Kundenkontakt, gilt zumindest die T-Shirt-Grenze. Auch für den Polizeidienst in Österreich gilt: keine Tätowierungen im sichtbaren Bereich. Alles, was nicht von der Uniform verdeckt wird, muss weg. Wegen der Einstellungsoffensive der Polizei sind Kandidaten momentan auch häufige Kunden in der Praxis, erklärt Klein im Gespräch mit ORF.at.

Entfernung eines Tattoos mit einem Laser

APA/DPA/Jens Ressing

Ein Dermatologe entfernt ein Tattoo mit einem Laser

Ein besonders peinliches Fettnäpfchen birgt die Wahl eines Wortes oder Spruchs in einer fremden Sprache oder Schrift. Wer sich für ein derartiges Tattoo entscheidet, sollte die Rechtschreibung, Grammatik und Bedeutung sicherheitshalber mehrmals kontrollieren lassen, bevor die Nadel zusticht. Besonders unangenehm ist das, wenn der Tätowierte eine völlig andere Botschaft vermittelt als angenommen, wie die eindrucksvolle Fotosammlung im Blog Hanzi Smatter beweist.

Entfernen schmerzhafter als stechen

Will man den unliebsamen Körperschmuck, aus welchem Grund auch immer, loswerden, empfiehlt es sich, einen Dermatologen aufzusuchen. Die Entfernung der Tattoos ist mindestens ebenso schmerzhaft wenn nicht schmerzhafter als das Stechen, die Behandlungsdauer richtet sich nach der Größe, ebenso der Preis.

Im Schnitt liegen die Kosten bei etwa 50 bis 200 Euro für eine Lasersitzung, benötigt werden zwischen fünf und zwanzig Behandlungen. Ein großes Profitattoo zu entfernen kann also schnell mehrere tausend Euro kosten, ein kleines schlägt mit mindestens 250 Euro zu Buche. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für solche Eingriffe nie, da sie aus medizinischer Sicht nicht notwendig sind.

Einschränkungen im Alltag

In Kauf nehmen muss man zudem Einschränkungen im Alltag während des Prozesses. Die gelaserten Stellen sollen zirka zwei bis drei Wochen nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, auch Schwimmbadbesuche und Vollbäder sollten vermieden werden. Weil auch beim Schwitzen erhöhte Infektionsgefahr besteht, empfiehlt es sich auch, Sport in den Tagen nach der Laserbehandlung zu vermeiden.

Die heute üblichen Lasermethoden wirken am besten bei dunklen Motiven. Sehr helle und metallische Farben lassen sich hingegen teilweise gar nicht entfernen, weil sie das Laserlicht nicht absorbieren, sondern reflektieren. Die Farbpartikel können somit nicht vom Laser zerstört werden.

Sophia Felbermair, ORF.at

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