Ägyptens Geheimdienstchef nach Sinai-Anschlägen gefeuert

Nach den Angriffen von Extremisten gegen ägyptische Militärposten auf der Halbinsel Sinai hat Ägypten auch personelle Konsequenzen im Sicherheitsapparat gezogen. Präsident Mohammed Mursi entließ gestern den Geheimdienstchef Murad Mufawi und den Gouverneur der Provinz Nord-Sinai, Abdel Wahab Mabruk, wie der staatliche Fernsehsender Nile TV berichtete.

Auch der Kommandant der Militärpolizei, Hamdi Badin, verlor seinen Posten. Zum neuen Geheimdienstchef wurde Abdel Wahid Schehata ernannt.

Mit Hubschraubern gegen Extremisten

Zuvor war Ägypten nach dem Überfall auf Grenzpolizisten massiv gegen mutmaßliche islamische Extremisten auf dem Sinai vorgegangen. Bei Hubschrauber-Angriffen wurden gestern nach Militärangaben mindestens 30 Menschen getötet, die Ägypten als Hintermänner des Anschlags verdächtigt.

Soldaten seien in das Dorf Al-Tuma nahe der Stadt Scheich Suwaid eingerückt, sagte ein Kommandeur der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Aktion seien auch drei gepanzerte Fahrzeuge der Milizionäre zerstört worden. Dem Militär hätten Informationen vorgelegen, wonach sich in der Gegend islamistische Milizen aufgehalten hätten.

Video dazu in iptv.ORF.at

Eine der größten Militäraktionen seit 1979

Die Militäraktion ist eine der größten, seit der Friedensvertrag mit Israel von 1979 der Armee strenge Grenzen bei Truppenbewegungen auf der Halbinsel setzte. Scheich Suwaid liegt nur zehn Kilometer vom Gazastreifen entfernt. In der Nacht war es im Norden des Sinai zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Bewaffneten gekommen.

Israel begrüßt Kairos Vorgehen

Israel begrüßte das Vorgehen Ägyptens. Damit schaffen die Armee Ordnung auf dem Sinai, wie es ihre Pflicht sei, sagte der Sicherheitsberater der Regierung in Jerusalem, Amos Gilad, im israelischen Rundfunk.