Romney verspricht sich: „Sheiks“ statt Sikhs

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat ausgerechnet in einer Beileidsbekundung nach der Schießerei in einem Sikh-Tempel das Wort „Sikh“ mit „Sheik“ (Scheich) verwechselt.

Laut „Washington Post“ hatte Romney zuvor bei einem Wahlkampfauftritt im US-Staat Illinois korrekt über die Sikh-Religion gesprochen. Nur Stunden später verhaspelte er sich bei einer Abendveranstaltung in Iowa gleich zweimal und sprach von einem „Sheik“-Tempel und dem „Sheik“-Volk.

„Scheich-Tempel“

Nach Angaben der Zeitung sagte der Ex-Gouverneur von Massachusetts gestern mit Blick auf den vorausgegangenen Wahlkampfauftritt: „Wir hatten eine Schweigeminute zu Ehren der Menschen, die ihr Leben in diesem Sheik-Tempel verloren haben.“

Er fuhr dann fort, das Blutbad mit insgesamt sieben Todesopfern sei aus vielen Gründen eine Tragödie gewesen. „Darunter ist die Tatsache, dass das Sheik-(Scheich-)Volk (...) zu den friedlichsten und liebevollsten Menschen gehört, die man sich vorstellen kann.“

Attentäter tötete sich selbst

Ein 40-jähriger Amerikaner hatte am Sonntag in dem Sikh-Tempel in Wisconsin das Feuer eröffnet und sechs Menschen getötet. Wie das FBI nun mitteilte, hat sich der Attentäter offenbar selbst erschossen. Dem Mann sei von der Polizei zunächst in den Bauch geschossen worden, sagte die FBI-Beamtin und Leiterin der Ermittlungen, Teresa Carlson. Anschließend scheine er sich aber selbst in den Kopf geschossen zu haben. An der Kopfwunde sei er dann gestorben, sagte Carlson vor Journalisten.

Carlson sagte zum Stand der Ermittlungen weiter, das Motiv des früheren Soldaten sei noch immer unklar. Auch gebe es weiterhin keine Hinweise auf einen möglichen Komplizen.