Nowak als neuer „Presse“-Chefredakteur bestätigt

Die Redaktion der Tageszeitung „Die Presse“ hat gestern die Bestellung von Rainer Nowak zum neuen Chefredakteur bestätigt. Wie hoch die Zustimmung durch die Redakteursversammlung war, wurde vorerst nicht bekanntgegeben, in einer Aussendung war von einer „klaren Mehrheit“ die Rede.

Die „Presse“-Redaktion hat bei der Bestellung von Chefredaktionsmitgliedern ein Mitspracherecht und kann von den Eigentümern vorgeschlagene Kandidaten theoretisch mit Zweidrittelmehrheit ablehnen. Nowak ist erst der achte „Presse“-Chefredakteur, er tritt sein Amt mit September an und folgt Michael Fleischhacker nach, der rund um die Kooperationspläne zwischen „Presse“ und „WirtschaftsBlatt“ aus dem Styria-Unternehmen ausscheidet.

Seit 2010 Leiter des Innenressorts

Nowak war seit 2010 Innenpolitikchef des Blattes und leitete seit dem Start gemeinsam mit Außenpolitikchef Christian Ultsch die „Presse am Sonntag“. Der 1972 geborene neue „Presse“-Chefredakteur kommt aus einer Journalistenfamilie.

Vater Josef A. Nowak leitete viele Jahre das Wien-Büro der „Tiroler Tageszeitung“ und galt wegen seiner harten Fragen als eine der journalistischen Instanzen des wöchentlichen Pressefoyers nach dem Ministerrat, ehe er schließlich Chefredakteur der Austria Presse Agentur wurde. Mutter Krista Hauser arbeitete als Kulturjournalistin für den ORF.

Zukunft noch offen

Beim Hearing vor der Redaktion musste sich der neue „Presse“-Chefredakteur einige „harte Fragen“ zur Zukunft des Traditionsblattes gefallen lassen. Konkrete Angaben, wohin die Reise geht, konnte Nowak dabei aber noch nicht machen. Die Umstrukturierungs- und Integrationspläne werden erst im Herbst unter dem neuen Geschäftsführer Michael Tillian entwickelt.