Zeitung: Faymann beriet mit Dichand ÖBB-Kampagne

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) soll bei seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft zur Inseratenaffäre im Februar erklärt haben, dass er gemeinsam mit dem ehemaligen Herausgeber der „Kronen Zeitung“, dem mittlerweile verstorbenen Hans Dichand, die umstrittene Kampagne zu den ÖBB eingefädelt habe. Das berichtet die „Tiroler Tageszeitung“ („TT“, Mittwoch-Ausgabe) unter Verweis auf die Einvernahmeprotokolle, die der Zeitung vorliegen sollen.

Faymann sagte den Angaben zufolge aus, dass er bereits vor seiner Angelobung zum Verkehrsminister (2007) überlegt habe, wie er seine „13-jährige Erfahrung als Wiener Wohnbaustadtrat in diese Tätigkeit einbringen könnte“. Vor allem das angeschlagene Image der ÖBB sei ihm ein Anliegen gewesen, soll Faymann gegenüber der Staatsanwältin ausgesagt haben.

Darüber habe er sich „mit diversen Medienfachleuten, unter anderem mit Hans Dichand“, unterhalten, zitiert die „TT“ aus Faymanns Einvernahmeprotokoll. Dichand habe ihm dann vorgeschlagen, eine Kampagne in Anlehnung an eine frühere Serie mit dem Titel „Der direkte Draht zum Wohnbaustadtrat“ zu starten.

Laufende Ermittlungen

Die Ermittlungen in der Inseratenaffäre sind noch nicht abgeschlossen. Gegen Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Derzeit soll mittels Gutachten unter anderem der Werbenutzen der Inserate abgeklärt werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.